Magdenau (Transkription Nr. 1151)

Schulort Magdenau
Konfession des Orts: Katholisch
Signatur der Quelle: BAR B0 1000/1483, Nr. 1458, fol. 326-327v
Standort: Bundesarchiv Bern
Kanton 1799: Säntis
Distrikt 1799: Flawil
Agentschaft 1799: Magdenau
Kirchgemeinde 1799: Magdenau
Ort/Herrschaft 1750: Fürstabtei St. Gallen
Kanton 2015: St. Gallen
Gemeinde 2015: Degersheim
In dieser Quelle wird folgende Schule erwähnt:
  • Magdenau (Niedere Schule, Normalschule, katholisch)
25.02.1799

Beantwortung Der Fragen über den Zustand der Schule Magdenau!

I. Lokal-Verhältnisse.
I.1Name des Ortes, wo die Schule ist.

Magdenau ist eine eigene Kirchen Gemeine, die aus einem kleinen Dorf, und mehreren zerstreüten Höfen besteht.
Diese Gemeine hat einen eigenen Agenten;

I.1.aIst es ein Stadt, Flecken, Dorf, Weiler, Hof?
I.1.bIst es eine eigene Gemeinde? Oder zu welcher Gemeinde gehört er?
I.1.cZu welcher Kirchgemeinde (Agentschaft)?
I.1.dIn welchem Distrikt?

ligt in dem District Flawyl, und gehört zu dem Kanton Säntis, und hat eine eigene Schule.

I.1.eIn welchen Kanton gehörig?
I.2Entfernung der zum Schulbezirk gehörigen Häuser. In Viertelstunden.

Jnnerhalb des Umkreises der nächsten Viertelstunde liegen 9. Häüser. Jnnerhalb des Umkreises der zweyten 29. Häüser. Jnnerhalb des Umkreises der dritten 14 Häüser.

I.3Namen der zum Schulbezirk gehörigen Dörfer, Weiler, Höfe.

Zum Schulbezirke der Gemeine Magdenau gehören. 1. das Dorf Wolfartschwyl, liegt gleich anfangs des zweyten Umkreises. aus diesem besuchen die Schule 14. Kinder.
2. Die Höfe vorder und- hinter Winzenberg, Tannen, Ruhr, Baldenwyl, Pündt, Moos, Wittenberg, Wösch, Hölzli, Steig, Bächi, Dottenwyl, Allenschwanden, buobenthal. liegen bis auf das letzte im 3ten. Umkeise, mehr oder weniger; aus allen diesen Höfen besuchen die Schule 15 Kinder.
3. Die Höfe, Dechenwiss, Lauffeten, Surenmoß, die drey nahe am Kloster stehende Häüser, und die drey bey der Pfarrkirche St: Serena. diese liegen alle im ersten Umkreisse; und aus diesen besuchen dermal die Schule. 14 Kinder.

I.3.aZu jedem wird die Entfernung vom Schulorte, und
I.3.bdie Zahl der Schulkinder, die daher kommen, gesetzt.
I.4Entfernung der benachbarten Schulen auf eine Stunde im Umkreise.
I.4.aIhre Namen.

||[Seite 2] Magdenaus benachbarte Schulen sind: Flawyl, eine halbe Stund entfernt, — Degerschen, Mogelsperg, Bichwyl, Niederglat, diese alle seind eine starke Stund enfernt.

I.4.bDie Entfernung eines jeden.
II.10Sind die Kinder in Klassen geteilt?
II. Unterricht.
II.5Was wird in der Schule gelehrt?

Die Schule nimmt den Anfang mit dem Christmonat, und endet sich mit Ostern; in welcher die Kinder im Lesen und schreiben, des gedruckten als geschriebenen, und den Anfangs grund der religion Unterricht erhalten. Sie nimmt täglich den Anfang um halbe 9: uhr, und daurt bis volle Eilfe. Nachmitag von 1: uhr bis halbe 4 uhr. Schulbücher sind die gewöhnliche der St: Gallischen Normal

II.6Werden die Schulen nur im Winter gehalten? Wie lange?
II.7Schulbücher, welche sind eingeführt?
II.8Vorschriften, wie wird es mit diesen gehalten?
II.9Wie lange dauert täglich die Schule?

Die Schule nimmt den Anfang mit dem Christmonat, und endet sich mit Ostern; in welcher die Kinder im Lesen und schreiben, des gedruckten als geschriebenen, und den Anfangs grund der religion Unterricht erhalten. Sie nimmt täglich den Anfang um halbe 9: uhr, und daurt bis volle Eilfe. Nachmitag von 1: uhr bis halbe 4 uhr. Schulbücher sind die gewöhnliche der St: Gallischen Normal

III. Personal-Verhältnisse.
III.11Schullehrer.
III.11.aWer hat bisher den Schulmeister bestellt? Auf welche Weise?

Ein jewilliger Schulmeister ward bisher von der ehmaligen Abbtissin als Gerichtsfrau, durch den Pfarrer, mit Berathung einiger Vorgesetzten bestellt.

III.11.bWie heißt er?

Mein Namme ist Adelric Gerig,

III.11.cWo ist er her?

gebürtig von Magdenau,

III.11.dWie alt?

35. jahr alt,

III.11.eHat er Familie? Wie viele Kinder?

habe eine Frau mit 8 Kindern;

III.11.fWie lang ist er Schullehrer?

versehe den Schuldienst seit 15. Jahren; in Verbindung mit dem Messmerdienst.

III.11.gWo ist er vorher gewesen? Was hatte er vorher für einen Beruf?
III.11.hHat er jetzt noch neben dem Lehramte andere Verrichtungen? Welche?

versehe den Schuldienst seit 15. Jahren; in Verbindung mit dem Messmerdienst.

III.12Schulkinder. Wie viele Kinder besuchen überhaupt die Schule?

Die Schule besuchen im Durchschnitt immer 40. Kinder.

III.12.aIm Winter. (Knaben/Mädchen)
III.12.bIm Sommer. (Knaben/Mädchen)
IV. Ökonomische Verhältnisse.
IV.13Schulfonds (Schulstiftung)
IV.13.aIst dergleichen vorhanden?

||[Seite 3] Der Schulfond ist ein Kapital von 228. Gulden, der ganz für sich selbst besteht.

IV.13.bWie stark ist er?
IV.13.cWoher fließen seine Einkünfte?
IV.13.dIst er etwa mit dem Kirchen- oder Armengut vereinigt?
IV.14Schulgeld. Ist eines eingeführt? Welches?

Schulgeld bezahlt kein Kind besonders.

IV.15Schulhaus.

Magdenau hat kein eigen bestimmtes Schulhaus, sondern das Gotts haus hat jederzeit freywillig zum besten der Gemeine des Messmers hergegeben, das damal ein Neü; aber nicht ganz ausgebautes Haus ist.

IV.15.aDessen Zustand, neu oder baufällig?
IV.15.bOder ist nur eine Schulstube da? In welchem Gebäude?
IV.15.cOder erhält der Lehrer, in Ermangelung einer Schulstube Hauszins? Wie viel?
IV.15.dWer muß für die Schulwohnung sorgen, und selbige im baulichen Stande erhalten?
IV.16Einkommen des Schullehrers.
IV.16.AAn Geld, Getreide, Wein, Holz etc.

Der Schulmeister erhält wochentlich, so lang die Schul daurt. 2. fl. — und was der Zins des oben angzeigten Kapitals nicht erträgt, wird von der Gemeind nachgeschossen.

IV.16.BAus welchen Quellen? aus
IV.16.B.aabgeschaffenen Lehngefällen (Zehnten, Grundzinsen etc.)?
IV.16.B.bSchulgeldern?
IV.16.B.cStiftungen?
IV.16.B.dGemeindekassen?

Der Schulmeister erhält wochentlich, so lang die Schul daurt. 2. fl. — und was der Zins des oben angzeigten Kapitals nicht erträgt, wird von der Gemeind nachgeschossen.

IV.16.B.eKirchengütern?
IV.16.B.fZusammengelegten Geldern der Hausväter?
IV.16.B.gLiegenden Gründen?
IV.16.B.hFonds? Welchen? (Kapitalien)

Der Schulmeister erhält wochentlich, so lang die Schul daurt. 2. fl. — und was der Zins des oben angzeigten Kapitals nicht erträgt, wird von der Gemeind nachgeschossen.

Bemerkungen
Schlussbemerkungen des Schreibers
Unterschrift

Magdenau den 25. februari. 1799.
Adelricus Gerig Schulmeister allda

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